Koax mit TS

Outdoor

Outdoor RC-Helikopter

Ab nach draußen!

Vielleicht hast Du nun die ersten Erfahrungen mit RC-Helikoptern gesammelt. Oder Dir ist das Wohnzimmer und der Hausflur sowieso viel zu eng zum fliegen. Dann wird es Zeit für Dich, die Welt jenseits fester Wände und Gebäude zu erkunden. Doch „outdoor“ herrscht für ein für Deinen Stubenheli rauhes Klima! Hohes Gras, Wind und andere Hindernisse setzen ihm und Deinen Skills zu.

Brauchst Du also wirklich einen neuen, speziell für draußen geeigneten Hubschrauber? Reicht Dein Indoor-Hubschrauber nicht vielleicht sogar für die ersten Einsätze draußen aus? Die Antwort ist ein klares und deutliches:

„Kommt drauf an!“

Die „Außendienst-Tauglichkeit“ eines RC-Hubschraubers hängt im wesentlichen von drei Dingen ab:

  1. Das Rotorsystem
  2. Das Können des Piloten
  3. Die Masse (das Gewicht) des Hubschraubers

Ich habe diese drei Faktoren direkt nach dem Einfluss auf das Outdoor fliegen gewichtet.

Zwei sind extrem wichtig, einer eher nebensächlich

Das Rotor-/ Antriebskonzept ist der einflussreichste Faktor. Denn der Hubschrauber muss zu allererst einmal technisch in der Lage sein, mit den Einflüssen eines Fluges außerhalb eines Gebäudes zurechtzukommen. Kannst Du z.B. Windböen konstruktionsbedingt nicht ausgleichen, nützt Dir auch Dein Profiwissen und viele Flugstunden nichts.

Fast genauso wichtig sind die Fähigkeiten des Piloten. Logisch: Wenn der Hubschrauber zwar technisch in der Lage zu einem Manöver ist, der Pilot aber mangels Erfahrung nicht entsprechend reagieren kann, endet dies meist auch im Crash.

Ein weiterer aber eher nebensächlicher Punkt ist die Masse des Hubschraubers. Ein schwerer Helikopter reagiert nicht nur träger auf Steuerbefehle, sondern auch z.B. auf Windeinflüsse o.Ä.. Das macht die Steuerung etwas einfacher, wenn die Punkte 1 und 2 jedoch nicht erfüllt sind, hat das Gewicht jedoch kaum merkliche Auswirkungen auf das Flugverhalten. 😉

 

1. Das Rotorsystem

Hast Du bereits einen Hubschrauber, lohnt es sich, ihn Dir einmal hinsichtlich folgender Gegebenheiten anzuschauen:

  • Wie startet der Helikopter von der Wiese?
  • Wie verhält er sich bei Wind?
  • Wird die Leistung des Motors und der Steuerung ausreichen, um äußere Einflüsse auszugleichen?

Hast Du noch keinen Hubschrauber (bist also quasi noch „Fußgänger“), soll Dir dieser Artikel einen Überblick der verfügbaren Modelle verschaffen.

1.1 Koaxial-Rotorsysteme (kurz KOAX) ohne Taumelscheibe

Ein einfacher Koaxialhubschrauber
Koaxialhubschrauber ohne Taumelscheibe sind für das Outdoor fliegen völlig ungeeignet.

Hat Dein Hubschrauber zwei gegenläufig übereinander angeordnete Rotoren, sprichst Du von einem Koaxial-Rotorsystem (kurz KOAX). Die bei Rotation auftretenden Gierkräfte (Drehung um die Hochachse) von einen Rotor wird durch den zweiten Rotor ausgeglichen.

Die untere Rotorebene ist starr, lässt sich also nicht per Fernsteuerung neigen. Der Vorwärtsflug (teilweise auch Rückwärtsflug möglich) wird durch den nach oben zeigenden Heckrotor ermöglicht. Dieser hebt das Heck des Hubschraubers an und lässt ihn so vorwärts fliegen. Alles in Allem ein sehr ruhiges, stabiles und günstiges System.

Für den Outdoor-Bereich ist dieses Konzept leider jedoch nur sehr bedingt geeignet. Das Problem ist, dass der Hubschrauber nur nicht seitwärts fliegen kann. Das heißt, er muss immer zuerst in die jeweilige Flugrichtung gedreht werden, bevor man dorthin fliegen kann. Seitwärts- und Rückwärtsflug ist somit nicht möglich. Bei unregelmäßigem Wind kann der Hubschrauber daher während des Fluges draußen kaum mehr kontrolliert werden. Von den bei der Landung nötigen kleinen Korrekturen ganz zu schweigen.

Hast Du einen relativ großen und schweren KOAX, gibts bei einer lauen Brise vielleicht keine Probleme. Was knapp über dem Boden noch harmlos ist, kann in 10 Metern Höhe aber schon ganz anders aussehen.

Für Anfänger in Gebäuden ein idealer Einstiegshubschrauber ist dieser für aktuell 24,99€:

Allerdings kann ich dieses System nicht für den Outdoor-Einsatz empfehlen!

1.2 Koaxial-Rotorsysteme mit Taumelscheibe

Ist die untere Rotorkreisebene beweglich gelagert, lässt sich also per Fernsteuerung in verschiedene Richtungen neigen, hast Du einen KOAX mit Taumelscheibe. Dieses geniale Bauteil sorgt für den Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsflug (also die Nick- und Rollbewegungen des Hubschraubers) unabhängig davon, wohin die Nase des Hubschraubers zeigt. Damit kannst Du den Hubschrauber schon sehr viel genauer steuern.  Sachten Seitenwinden kann nun gegengesteuert werden.

Die mit dem KOAX-Rotorsystem erkaufte Stabilität bringt (auch mit Taumelscheibe) aber ein generelles Problem dieses Konzepts zum Vorschein: Der Hubschrauber reagiert sehr träge und schwerfällig und auch nur begrenzt auf Steuereingaben. Das macht den Flug draußen mit einem KOAX zu einem Abenteuer, das manchmal kaum noch Spaß macht.

Unterschätze auch Folgendes nicht: Die Steuerung ist vielfältiger aber auch deutlich schwieriger!

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Bei Windstille kann man mit einem Taumelscheiben-KOAX durchaus die ersten Erfahrungen draußen sammeln.

 

1.3 Hubschrauber mit Haupt- und Heckrotor (sog. Single-Rotorsystem)

Jetzt kommen wir in den Bereich, in dem Außenflüge erst anfangen, so richtig Spaß zu machen. Hubschrauber mit diesem Antriebskonzept reagieren deutlich schneller und sind viel besser für Outdoor-Einsätze geeignet. Der fehlende zweite Hauptrotor lässt den Hubschrauber viel agiler (aber auch unruhiger) fliegen. Viel Training -am besten in einer Halle oder am Simulator- ist nötig, bevor Du solch einen Hubschrauber sicher fliegen kannst.

Weil der Markt es hergibt, musst Du diese Kategorie noch einmal in zwei Sparten teilen:

1.3.1 Drehzahlgesteuerte Single-Rotorsysteme (sog. „fixed-pitch“ oder kurz „FP“)

Dieses System kommt den echten Hubschraubern schon sehr nahe. Mit einem Unterschied: Die Rotorblätter sind nicht verstellbar. Das heißt, die Flughöhe wird allein durch die Motordrehzahl geregelt. Willst Du also steigen, musst Du Gas geben und umgekehrt. Das sorgt natürlich für Giereffekte (Drehungen um die Hochachse), die der meist starre Heckrotorpropeller nun ausgleichen muss. Dieser wird bei günstigen Modellen meist über einen separaten kleinen Elektromotor angetrieben. Oft übernimmt ein kleines elektronisches Bauteil, das sog. Gyro, die Drehzahl des Heckrotors und gleicht diese Effekte aus.

Dennoch hat dieses System gewisse Nachteile. Durch den Elektromotor im Heck reagiert dieses relativ träge auf Steuereingaben. Er kann auch nur in eine Richtung wirken, in die er den Hubschrauber drehen kann. Möchte man schnell in die andere Richtung drehen, muss man den Heckrotorpropeller rückwärts laufen lassen. Dieser Wechsel kostet wertvolle Zeit. Außerdem reagiert der Hubschrauber beispielsweise im Sinkflug (also bei niedriger Drehzahl) kaum noch auf Steuerbefehle, da die fest eingestellten Rotorblätter keinen Vortrieb mehr leisten können.

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Meine Empfehlung: Ein interessanter (und günstiger) Schritt vom KOAX zum Single-Rotor-Hubschrauber

1.3.2 Kollektivgesteuerte Single-Rotorsysteme (sog. „collective-pitch“ oder kurz „CP“)

Nun sind wir in der „echte-Hubschrauber-Welt“ angekommen. Dieses System bietet sowohl eine Taumelscheibe für Richtungsänderungen als auch eine kollektive Rotorblattverstellung sowohl beim Hauptrotor (steigen/sinken) als auch beim Heckrotor (gieren links/rechts). Solch ein Hubschrauber ist uneingeschränkt Outdoor-tauglich. Nur das Material und natürlich das eigene Können begrenzen das Flugverhalten. Meist arbeiten diese Hubschrauber mit konstanter Motordrehzahl. Das braucht wegen der Lastwechsel beim Verstellen einen starken brushless-Motor, damit die Drehzahl gehalten werden kann. Der Heckrotor wird in dieser Klasse über ein Getriebe (Zahnriemen oder Zahnstange) vom Hauptantrieb angetrieben und ist verstellbar.

Fliegen (fast) ohne Grenzen

Jegliches Flugmanöver ist möglich. Diese Hubschrauber sind sogar im Stande, kopfüber zu fliegen. CP-Hubschrauber müssen allerdings ständig ausgesteuert werden. Sie reagieren unglaublich sensibel selbst auf kleinste Steuerbefehle und sind für Anfänger ohne Simulatortraining oder Lehrer/Schülerbetrieb mit einem erfahrenen Piloten nicht zu beherrschen. Außerdem sind sie wegen der komplizierteren Technik vergleichsweise teuer. Es kann also sein, dass ein harter Unfall Kosten von mehreren hundert € nach sich zieht.

Obwohl also das Fliegen mit einem CP-Hubschrauber eine der größten Herausforderungen im Modellsport darstellt, ist es trotzdem keine Zauberei. Mit anfänglicher Hilfe und viel Training lernt man, so ein faszinierendes technisches Gerät in die Luft zu bringen. Wenn Du richtig Spaß dabei hast, wirst Du bald die Grenze der Flugleistungen von Koax- und FP-Hubschraubern erreichen. Bist Du erst einmal mit dem „RC-Hubschrauber-Virus infiziert“ kommst Du um um CP-Hubschrauber einfach nicht mehr herum.

Womit nun sinnvoll starten?

Das Hauptproblem bei der Anschaffung hat zwei Seiten: Weiter oben habe ich bereits geschrieben, dass die Masse des Hubschraubers einen gewissen Einfluss auf das Flugverhalten hat. Schwerere Helis reagieren etwas gutmütiger / träger, sind in dieser Klasse aber auch sehr teuer. Für Anfänger daher auch wegen der höherpreisigen Ersatzteile nicht zu empfehlen. Anfänglich geht immer mal etwas zu Bruch. Zum Anderen wiederum sind kleine (und günstigere) CP-Hubschrauber unglaublich agil und schwieriger zu beherrschen. So könnte sich trotz gesparten Geldes am Ende Frust einstellen. Ein Kompromiss könnte also die Lösung sein.

Für mich ist die 450er Klasse eine hervorragende Mischung. Sehr günstige Einstiegsmodelle inklusive Sender kosten 250 – 300 €. Die Ersatzteile sind relativ preiswert und einzelne Komponenten können später aufgewertet werden bzw. in anderen Modellen Verwendung finden.

Als Beispiel soll hier der Jamara E-Rix 450 dienen, der im Komplettset (ohne Akku) aktuell 279,99 kostet:

2. Das Können des Piloten

Jetzt wissen wir, welche Systeme für uns in Frage kommen. Schwieriger wird es für den Einsteiger oder Indoor-Piloten, die eigenen Fähigkeiten einzuordnen. Um Frust und hohe Kosten beim CP-Hubschrauber zu vermeiden, sollte man vorher bereits allerwenigstens einen Koaxialhubschrauber (besser mit Taumelscheibe) geflogen sein. Dieser sollte auch in jeder Fluglage beherrscht werden können.

Als Indikator bietet sich hier das sogenannte „Nasenschweben“ an. Der Hubschrauber wird gestartet und die Nase zeigt zum Piloten. Nun müssen alle seitlichen Korrekturmanöver seitenverkehrt ausgeführt werden (Wenn der Hubschrauber aus der eigenen Richtung gesehen nach links gleitet, Knüppel nach rechts usw.). Wenn man diese Manöver beherrscht und weiterhin Spaß am Fliegen hat, kann man sich an einen CP-Hubschrauber wagen.

Lass‘ Dir helfen!

Hinweis: Bitte nimm‘ Dir unbedingt die Hilfe eines erfahrenen Piloten an. Das spart eine Menge Zeit und sich einschleichende Fehler können sofort behoben werden. Natürlich kann man sich auch alles autodidaktisch via YouTube und Foren beibringen. Auch ein Simulator ist sehr hilfreich. In jedem Fall ist Geduld notwendig.  Viel Training und wahrscheinlich einige Ersatzteile werden nötig sein. Dennoch sollte man sich nicht entmutigen lassen: Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wohl aber ein Hubschrauber. 😉

3. Die Masse des Hubschraubers

Wie eingangs geschrieben kann der Trägheitseffekt der Masse eine Hilfe beim Outdoor fliegen sein. Allerdings ist er angesichts der anderen beiden Punkt eher unwichtig. Er wird hier daher nur der Vollständigkeit halber angesprochen.

Fazit:

Nach einigen Trainingsflügen im Wohnzimmer sehnt sich der eine oder andere nach einem Flug an der frischen Luft. Outdoor-Flüge sind aber etwas ganz anderes als im Haus. Der Boden ist uneben und der Wind sorgt für bisher unbekanntes Verhalten des Hubschraubers. Wer eine Vorahnung davon haben möchte, kann bei absoluter Windstille prinzipiell mit jedem Hubschrauber ein paar Flugversuche machen. Es gilt draußen zunächst: mehr Masse (also Trägheit) ist mehr Sicherheit. Für den wenige Gramm schweren Indoor-KOAX werden für Dich kaum merkliche laue Luftzüge zum unkontrollierbaren Ereignis.

Soll es ein wirklich Outdoor-tauglicher Hubschrauber sein, ist jedenfalls viel Training erforderlich. FP und vor allem CP-Hubschrauber sind sehr schwer zu fliegen und etwas völlig anderes als KOAXe. Dennoch lohnt es sich mit Hilfe von erfahrenen Piloten und / oder einem Simulator für den Computer und viel Training den Einstieg in die richtige Modellhubschrauber-Welt zu wagen. Es ist – wie bereits an anderer Stelle erwähnt- die schönste Sache, die man mit angezogenen Klamotten erleben kann. 😉

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  • Untenliegende Paddelstange
  • Alle wichtigen Teile aus Alu und Carbon
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