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Hubschrauber oder Drohne – Tipps für die Kaufentscheidung

Vier Rotoren oder doch nur einer?

Wer sich für ferngesteuerte Drohnen oder Hubschrauber interessiert, steht vor einer wichtigen Kaufentscheidung. Sowohl der Multicopter (Drohne) als auch der klassische Hubschrauber haben verschiedene Stärken und Schwächen. Wir wollen rausfinden, was am besten zu Dir passt. Wie bei jedem Hobby steht ganz klar der Spaß im Vordergrund. Und wie jedes andere Hobby auch kosten sowohl Hubschauber als auch Multicopter eine Menge Geld. Blöd ist es, wenn Du den Quirl nach zwei Wochen wieder in die Kleinanzeigen zum Verkauf stellst, weil er nicht Dein Ding ist.

Du musst also rausfinden, was von beidem Du selbst „am Schönsten“ findest. Dann schaust Du, wozu Du den Drehflügler nutzen willst. Erst anschließend gehts ins Detail und zum Einkauf. Natürlich ist der Markt ein gemeiner Schuft und überhäuft Dich mit einem unüberschaubaren Angebot. Aber keine Angst, hier wird Dir geholfen! Wir zeigen Schritt für Schritt, ob Du eher der Single- oder Multirotor-Typ sein könntest.

Zwei Luftnummern

Obwohl sie sich vom Design her stark unterscheiden, startest Du Hubschrauber und Multicopter auf die gleiche Art und Weise. Ein oder mehrere waagrecht angebrachte Rotoren lassen das Fluggerät vom Boden abheben. Den Vorwärtsflug erreichst Du in beiden Fällen durch Neigung der Rotorebenen in die jeweilige Richtung. Demnach kannst Du mit beiden auch die gleichen Manöver fliegen:

  • Senkrecht starten und landen (vertical take-off and landing, kurz VTOL)
  • vorwärts, rückwärts (nick) und seitwärts (roll) fliegen
  • auf der Hochachse (sog. gieren, engl. yaw) links- und rechts herumdrehen

Anhand der  reinen Basis-Flugleistungen lässt sich also noch keine Unterscheidung treffen. Wie findest Du also heraus, was Dir liegen könnte? Zuerst überlegst Du, wofür Du den Quirl benutzen möchtest. Die meisten Piloten richten ihre Auswahl also nach dem Einsatzzweck. So kristallisiert sich am Ende heraus, welches Konzept für Dich in Frage käme. Das Schlusswort zur Kaufentscheidung hat natürlich Dein persönlicher Geschmack.

Wenn Dir am Ende ein Multicopter empfohlen wird und Du aber eigentlich Hubschrauber schöner findest, dann lass‘ Dich von Deinen Vorlieben leiten. Keine Sorge! Gut funktionierende Kompromisse sind immer möglich. Man kann grundsätzlich alles mit dem Hubschrauber machen, was man mit einem Multicopter auch machen kann. Nur ist das eine für verschiedene Zwecke besser oder eben weniger gut geeignet. Hierfür soll Dir zur Orientierung eine Checkliste mit Fragen helfen.

  • Soll der Flug einen Zweck haben (z.B. Luftbildaufnahmen) oder möchte ich vor allem um des Fliegens Willen fliegen?
  • Will ich alle Steuerungsfunktionen (Roll, Nick, Gier, Pitch, Motorleistung) immer selbst übernehmen und  kontrollieren oder soll es nur möglichst schnell und einfach zu fliegen sein?
  • Möchte ich die Komponenten (Motor, Regler usw.) selbst aussuchen oder bevorzuge ich das all-in-one-rundum-sorglos-Paket?

Schwebende Operationsplattform

Kennst Du die Videos im Internet, bei denen man in der Ego-Perspektive (engl.: 1st person view , kurz FPV) einen Parcours oder einfach die Landschaft durchfliegt, so als säße man selbst im Cockpit? Die meisten dieser Videos werden mit Multicoptern gemacht, während die Piloten eine Bildschirmbrille tragen. Sie selbst sehen den Copter also gar nicht direkt, sondern sitzen im „Kamera-Cockpit“.

Oder hast Du Dich schonmal gefragt, wie in vielen Fernsehreportagen die tollen Luftbildaufnahmen und Videos gemacht werden? Wohl kaum mietet jemand dafür heute noch einen echten Hubschrauber nebst Filmcrew. Das ist mit Multicoptern viel schneller und billiger erledigt. Für schöne Bilder brauchst Du aber ein stabiles Fluggerät. Eines mit meist vier Rotoren, welche die auftretenden Kräfte gegenseitig fast komplett ausgleichen. Deswegen eignen sich Drohnen dafür bestens.

Fast alle Multicopter arbeiten mit einem sensorgesteuerten Bordcomputer, der Einflüsse wie Wind, Vibrationen und andere Faktoren ausgleicht. Auch muss man sich nicht um die Auswahl der einzelnen Komponenten (Motoren, Akkus usw.) kümmern. Die beliebtesten Multicopter kommen als Komplettpaket. Da ist alles dabei, was man zum starten braucht.

System-Bediener vs. …

Das macht auch das Fliegenlernen vergleichsweise einfach. Anfangs überlässt man dem Computer die Steuerung und sagt diesem nur, wohin die Drohne fliegen soll. Motorleistung, Lageregelung und Steuerung übernimmt komplett der Bordcomputer. Das hat mit „richtigem“ fliegen (Steuerungsimpuls=direkte Reaktion) allerdings nicht viel zu tun. Äußere Einflüsse wie z.B. Wind werden vollständig kompensiert. Man kann die Steuerknüppel sogar komplett loslassen!

Später kann man mit mehr Erfahrung schrittweise die Steuerung selbst übernehmen. Wenn mal richtig der Finger juckt, schaltet man die elektronischen Helferlein nahezu komplett ab. Allerdings beschränken die feststehenden Rotorblätter die Stuntmanöver. Kopfüber schweben zum Beispiel ist mit den meisten Multicoptern nicht möglich. Wie Du siehst, sind Drohnen vor Allem für Fotoaufnahmen und Kameraflüge sehr gut geeignet. Es gibt sie in unzähligen Ausführungen. Vom schnellen FPV-Race-Copter bis zum Profigerät mit zehn Motoren und angehängter schwenkbarer Spiegelreflexkamera ist für jeden etwas dabei.

… Pilot

Völlig anders sieht die Sache beim RC-Hubschrauber-fliegen aus. Ohne Zweifel ein schönes Bild, wenn das Zusammenspiel von Motor, Haupt- und Heckrotor und viel Mechanik den Heli in die Luft trägt. Ganz wie beim echten Vorbild. Allerdings ist der Drehflügler auch eines der anspruchsvollsten Geräte, das man fernsteuern kann. Je nach Ausrüstung verlangt er immer die volle Konzentration des Bedieners. Ständig sind kleinere Korrekturmanöver nötig, die aus jeder Fluglage sofort gesteuert werden müssen. Sonst endet der Flug schnell in einem Absturz!

Zwar erleichtert der elektronische Fortschritt das Fliegen immer mehr (Stichwort: „flybarless“). Viele Trainingsstunden sind jedoch immer nötig, um unfallfrei starten, fliegen und landen zu können. Hierbei lässt man sich am besten von erfahrenen Piloten helfen. Die ersten Flugstunden enden meist mit von vor Anspannung verkrampften Händen. Abhilfe kann hier ein Simulator schaffen, mit dem man in Ruhe und ohne Angst vor Crashes üben kann.

Dem Ingenieur . . .

Freizeit ist heutzutage ein knappes Gut. Viele möchten nach Feierabend einfach nur den Heli auspacken und losfliegen. Dies ist eine Erklärung für den enormen Erfolg von Drohnen-Komplettpaketen. Wer aber die komplexe Technik eines RC-Hubschraubers im Flug beherrschen will, sollte auch verstehen, wie er funktioniert. Anstellwinkel, Drehzahl, Taumelscheibe, Servowege, vom ersten unboxing bis zum Erstflug gilt es jedenfalls eine Menge zu messen und einzustellen.

Der Handel hat natürlich bereits reagiert und bietet komplette RTF-Sets (engl. ready-to-fly) an. Dort sind die meisten der o.g. Parameter bereits voreingestellt. Oft fehlen nur noch Komponenten wie Akkus oder ein Sender. Möchte man später aber selbst Reparaturen oder Optimierungen vornehmen, sollte man z.B. wissen, ob am eigenen Hubschrauber eine Paddelstange oder ein FBL-System verbaut ist oder wieviel Spannung der Regler verträgt.

. . . ist nichts zu schwör

Darum erfreuen sich Bausätze großer Beliebtheit unter den RC-Hubschrauber-Liebhabern. Alle Teile werden passgenau geliefert und müssen nur noch gemäß Anleitung montiert werden. Je nach Ausstattung wird meist noch ein Sender und Akkus benötigt. Bei der Montage kann man eine Menge über Aufbau und Funktion der einzelnen Teile lernen. Außerdem ist der anschließende Erstflug eines selbst gebauten Hubschraubers viel schöner!

Allerdings sollte man sich zunächst über die benötigten Teile (Empfänger, Motor, Regler, Servos usw.) informieren. Das mag zunächst einige Zeit in Anspruch nehmen, erspart aber im Nachhinein eine Menge Ärger und Kosten bei einer Reparatur.

Eine Frage des Geschmacks

Wie Du siehst, ist die Entscheidung für Hubschrauber oder Multicopter in erster Linie eine Frage der Einstellung zum Hobby. Möchtest Du vor allem schnell und ohne viel Übung in die Luft? Vielleicht willst Du auch Luftbildaufnahmen oder FPV-Flüge machen? Dann könnte wahrscheinlich eine Drohne das Fluggerät Deiner Wahl sein. Perfekt für den reibungslosen Einstieg und andauernden Flugspaß sind beispielsweise die hochwertigen, wenn auch nicht ganz günstigen DJI Spark Drohnen. Sie verzeihen Anfängerfehler, bieten hervorragende on-board-Kamera-Bildqualität, gepaart mit sehr guter Ersatzteilversorgung und Bedienbarkeit und damit schnelle Erfolgserlebnisse.

 

 

 

 

 

Wenn Du Dich für technische Zusammenhänge interessierst, die Herausforderung suchst, solltest Du Dir eventuell einen RC-Hubschrauber aussuchen. Denk aber daran, dass das Hubschrauberfliegen viel Übung benötigt. Suche Dir am besten einen Lehrer und übe am Simulator, dann wirst Du ohne Ende Spaß haben. Wenn Du die Technik im Detail besser verstehen möchtest, bietet sich ein Bausatz an. Die Firma Align bietet mit dem T-Rex 470L als Kit Version höchste Qualität zu vertretbaren Preisen an.

 

 

Natürlich soll dies alles nur als Orientierungshilfe für Deine Kaufentscheidung dienen. Wenn Du gern mit einem Hubschrauber Luftaufnahmen machen möchtest, geht das natürlich auch! Umgekehrt kann man mit vielen Multicoptern auch waghalsige Stunts machen. Alles ist also möglich! Egal, wofür Du Dich letztendlich entscheidest. Viel Spaß beim aussuchen!

Wie immer freuen wir uns über Diskussion, Anregungen und Kritik in den Kommentaren.

Modellflug Versicherung

Modellflug Versicherung im Vergleich

Die Qual mit der Wahl

Egal, ob Modellhubschrauber, -Flugzeug oder Multicopter: Von unseren Fluggeräten geht eine gewisse Gefährdung aus. Es klingt vielleicht abgedroschen aber es gilt nach wie vor: Modellflugzeuge, -Hubschrauber und Multicopter sind kein Spielzeug! Es sind Luftfahrzeuge im Sinne des §1 Abs. 2 Nr. 9 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) sind. Genau wie die großen (sog. „manntragenden“) Flugzeuge und Hubschrauber.

Daraus ergeben sich wichtige Folgen, die wir nicht ignorieren dürfen. Zum Beispiel die Versicherungspflicht (§43 Abs. 2 LuftVG). Beschädigt unser Flieger irgendetwas, müssen wir als „Halter“ dafür geradestehen. Das mag bei einem Absturz auf einer freien Wiese kein Problem sein. Wenn aber der Copter abstürzt und jemanden verletzt, kann die Schadensumme schnell fünf – bis sogar siebenstellig werden. So etwas will niemand aus eigener Tasche regeln. Das ist aber noch nicht alles. Die Bußgeld- und Strafvorschriften des LuftVG sehen Geldbußen bis max. 50.000,00€ vor! Deswegen lohnt es, sich Gedanken über die richtige Modellflug Versicherung zu machen.

Klar ist: Eine Versicherung ist Pflicht. Doch welche ist die Richtige? Welcher Anbieter versichert unser Hobby? Wie hoch sollte die abgedeckte Schadensumme sein? Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir die wichtigsten Anbieter einer Modellflug Versicherung herausgesucht und stellen sie Euch kurz vor. Am Ende des Artikels findet Ihr die wichtigsten Daten noch einmal zusammengefasst.

Deutscher Modellfliegerverband (DMFV)

Der europaweit größte Modellsportverband DMFV kümmert sich bereits seit 1972 um den deutschen Modellflug. Selbstverständlich hat diese Organisation auch Konzepte für Modellflugversicherungen im Angebot. Versicherungsgeber ist hier die HDI Global SE aus Berlin. Durch die Verbandsarbeit des DMFV richten sich die Verträge hauptsächlich an Vereine und deren Mitglieder. Für diese werden günstige Konditionen angeboten, die über die HDI direkt nicht möglich sind. Dafür ist jedoch eine Mitgliedschaft im DMFV (für Erwachsene derzeit 42,-€ / Jahr) nötig.

Als Vereinsmitglied sind damit Modelle bis 25kg auf allen europäischen Modellflugplätzen und in geschlossenen Räumen haftpflichtversichert. Außerhalb von Modellfluggeländen („Wildflieger“) reduziert sich das erlaubte Startgewicht auf 1 kg. Bedenkt man, dass ein 3s-Akku schon knapp 200 Gramm wiegt, wird klar, dass das Modell nicht allzu groß ausfallen darf. Die pauschale Deckungssumme beträgt 2mio €.

Einziger Anbieter einer Modellflug Versicherung mit Zusatzoption

Mit der Standard-Mitgliedschaft ist man auf dem Modellflugplatz rundum versorgt. Sollte man jedoch eine höhere Deckungssumme wünschen, muss man zubuchen. Auch „auf der grünen Wiese“ mit größeren Modellen (bis 5kg) wird die Zusatzversicherung nötig. Diese kostet zwischen 14,36€ (Deckung: 2mio €) über 17,44€ (Deckung: 3mio €) bis zu 24,62€ (Deckung: 4mio €) pro Jahr extra.

Mit einer dieser Zusatzversicherungen erhöht sich auch das maximale Abfluggewicht (auf Modellflugplätzen) auf 150kg. Als einzige Versicherung im Vergleich enthält diese eine Absicherung für Flüge in den USA. Weiterhin hat man Vorteile, wenn man vorrangig im Verein fliegt. Dort kann der DMFV seine Stärken ausspielen. So kann man von attraktiven Sonderleistungen profitieren wie zum Beispiel günstige Familientarife, Bodenunfall- und Rechtsschutzversicherungen.

Modellflugsportverband Deutschland (MFSD)

Der MFSD bezeichnet sich selbst als Verband der Modellflug-Enthusiasten. Beim Blick auf die Website wird deutlich, wie viel Arbeit und Liebe in das Hobby Modellflug investiert wird. Vor allem die Förderung des Modellsports (Stichwort F-Klassen) hat hier einen hohen Stellenwert. Wer sich als Copter-Pilot in der FPV-Klasse F3U betätigen möchte, für den scheint der MFSD eine gute erste Informationsquelle zu sein. Wie auch beim Deutschen ModellFlug Verband bietet der ModellFlugSportverband Deutschland neben geballtem Fachwissen ein interessantes Versicherungskonzept an. Allerdings ist auch hier eine Mitgliedschaft im Verband Voraussetzung. Versichert wird über die AXA Versicherung AG.

Fachzeitschrift FMT inklusive

Die Tarife staffeln sich nach Deckungssumme. Jeweils 2mio, 3mio oder 5mio € sind möglich. Unterschieden wird zwischen zwei Jugendtarifen (bis 14 / ab 14 Jahren) und einem Erwachsenentarif (ab 21 Jahren). Sehr interessant: In all diesen Tarifen ist jeweils der Bezug der Fachzeitschrift FMT enthalten! Ein Erwachsener zahlt je nach Deckung also 44,-€, 48,-€ oder 55,-€ Jahresbeitrag. Ein Jugendlicher (ab 14 Jahren) legt 27,-€, 31,-€ oder 35,-€ pro Jahr auf den Tisch des MFSD. Für ein Kind unter 14 Jahren werden 18,-€, 22,-€ oder 26,-€ p.a. fällig.

Außerdem erhält man als besondere Dreingabe die Digitalausgabe der Fachzeitschrift FMT. Für 21,-€ extra auch als Printversion. Weiterhin hält der Verband weitere Sondertarife (Familientarife, Vereinsversicherungen u.Ä.) bereit. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch auf der Homepage für weitere Details.

Deutsche Modellsport Organisation (DMO)

Gemäß der Angaben auf der Homepage besteht die Deutsche Modellsport Organisation bereits seit 33 Jahren. Sie ist neben den beiden bereits vorgestellten eingetragenen Vereinen die einzige GmbH & Co. KG unseres Vergleiches. Es agieren hier also keine gemeinnützig organisierten Vertreter eines Verbandes im Hintergrund. Durch die fehlende Vereinsstruktur können sich -je nach Vorliebe des Piloten- einige Vorteile ergeben. Die Modellflug-Versicherungsverträge werden durch spezialisierte Versicherungsvermittler eingerichtet.

Günstigster Beitrag im Test

Die Standardverträge werden mit der Allianz Global Corporate & Specialty SE geschlossen. Die Vermittler pflegen natürlich berufsgemäß Kontakte zu vielen verschiedenen Versicherungsgesellschaften. Somit sollte sich gerade in Spezialfällen Zugriff auf eine große Bandbreite von passenden Versicherungen ergeben. So etwas können die Rahmenverträge der großen Verbände natürlich nicht bieten. Bei einer DMO-Versicherung muss man allerdings auf die Vorzüge der o.g. Verbandsarbeit wie bei DMFV oder MFSD verzichten.

Übersichtlicher allerdings sind die angebotenen Tarife. Die Höhe richtet sich auch hier nach dem Alter (Jugendlicher bis zum vollendeten 18 Lebensjahr oder Erwachsener) und der abgedeckten Versicherungssumme (3 mio oder 6 mio €). Jugendliche zahlen 26,64€ pro Jahr, Erwachsene 39,96€ Jahresbeitrag. Der Aufpreis für die höhere Deckungssumme von 6 mio € beträgt bei beiden Altersgruppen jeweils 12€. Eine Rechtschutzversicherung ist in jedem Fall beitragsfrei enthalten.

Infobox: Wildflieger („Auf der grünen Wiese“)

Will man außerhalb von Modellflugplätzen fliegen, benötigt man ab 2kg Abfluggewicht einen Kenntnisnachweis. Hierbei beträgt das maximal mögliche Abfluggewicht 5kg! Darüber hinaus besteht bei keiner Versicherung mehr Schutz (§16 (4) LuftVO). Wird das Modell von einem Verbrennungsmotor (Kolben/Turbine) angetrieben, sind mind. 1,5km zum nächsten Wohngebiet einzuhalten. Die 1,5km Abstand gelten in jedem Fall und unabhängig vom Antrieb in der Nähe von Flugplätzen.

Grundsätzlich ist das Wildfliegen also mit jeder vorgestellten Modellflug Versicherung möglich. Allerdings sind -unabhängig von den Versicherungsbedingungen- zumindest die o.g. rechtlichen Anforderungen zwingend einzuhalten. Im Zweifel zahlt die Versicherung sonst nicht oder nimmt den Versicherungsnehmer in Regress.

Fazit

Unsere Auswahl der Versicherer zeigt, dass für jeden ein passender Rahmen geboten werden kann. Wer sich mit Verbands- und Vereinsarbeit gut identifizieren kann, ist mit dem DMFV oder MFSD gut beraten. Diese Institutionen bieten durch die jahrelange Erfahrung der Mitglieder viel Fachwissen, Förderung des Sports, der Gemeinschaft und nicht zuletzt Interessenvertretung der Modellflieger bei Regierungen und Medien. Für den preisbewussten („Wildflieger-„)Piloten, der gern unabhängig bleiben möchte, ist die DMO der erste Anlaufpunkt. Die angebotenen Versicherungsleistungen erfüllen aber bei allen Anbietern die gesetzlichen Anforderungen an eine Modellflug Versicherung, so dass man nach Vertragsabschluss entspannt und sorgenfrei seinem Hobby nachgehen kann.

Zur besseren Übersicht und als Auswahlhilfe haben wir hier die wichtigsten Konditionen noch einmal zusammengefasst.

 DMFV MFSDDMO
    
VersichererHDI GlobalAXA Versicherung AGAllianz Global Corporate & Specialty SE
  optional  
  DMFV Zusatzversicherung (Tarif a, b, c)  
GeltungsbereichEuropaweitweltweitweltweit (ohne USA)weltweit (ohne USA)
Wildfliegen abgedeckt?jajajaja
(bei Einhaltung d.(max. 1kg Abfluggewicht)(max. 5kg Abfluggewicht)  
gesetzl. Bestimmungen)    
max. Abfluggewicht25kg150kg150kg150kg
auf Modellflugplätzen    
FPV-Flug abgedeckt?jajak.A.ja
 (max. 250g Abfluggewicht)(max. 5kg Abfluggewicht)  
Deckungssummen2.000.000,00 €a)a) 2.000.000,00 €a)2.000.000,00 €a)2.000.000,00 €
des Jahresbeitrages) b)b) 3.000.000,00 €b)3.000.000,00 €b)6.000.000,00 €
  c)c) 4.000.000,00 €c)5.000.000,00 € 
Jahresbeitrag Erwachsene42,00 €a)14,36 €a)44,00 €a)39,96 €
  b)17,44 €b)48,00 €b)51,96 €
  c)24,62 €c)52,00 € 
Jahresbeitrag Jugendliche12,00 € a)27,00€ (bis 14 Jahre: 18,00 €) a)26,64 €
  wie bei Erwachsenenb)31,00 € (bis 14 Jahre 22,00 €)b)38,64 €
   c)35,00 € (bis 14 Jahre 26,00 €) 
Vereins-/Verbandsmit-ja janein
gliedschaft erforderlich   

Wir hoffen, Euch bei der Auswahl einer passenden Modellflug Versicherung geholfen zu haben. Die angegebenen Daten sind vom Mai 2018. Solltet Ihr Verbesserungsvorschläge oder weitere Anregungen haben, haut sie in die Kommentare. Viel Spaß beim Fliegen!

Drohnenverordnung – Was muss man beachten?

Die Drohnenverordnung – Welche Änderungen sind wichtig? Was müssen Wildflieger jetzt beachten?

Die Entstehung der Drohnenverordnung: In den letzten Jahren hat -vor allem bedingt durch günstige Artikel aus Fernost- die Zahl der ferngesteuerten Fluggeräte erheblich zugenommen. Einer Studie der Allianz Global Corporate & Speciality waren 2016 bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) rund 600.000 für den kommerziellen Bereich vorgesehene unbemannte Luftfahrzeuge „UAC“ ((engl.): unmanned aircraft system)) gemeldet. Die Zahl der Freizeit-UAC‘s liegt demnach gar bei 1,9 Millionen und wird sich bis 2020 auf ca. 4,6 Millionen erhöhen. So viele Fluggeräte bedeuten natürlich ein hohes Gefährdungspotential. Entsprechende Regulierungen mussten dringend her. Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der Gesetzgeber reagieren musste. Dies hat er mit Wirkung vom 07. April 2017 getan und da ist sie nun: Die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten “oder umgangssprachlich „Drohnenverordnung “.

Betroffen sind also alle Piloten von Modellflugzeugen, -Hubschraubern, Quadro- und Multicoptern (ugs. „Drohnen“), denn alle diese Fluggeräte sind Luftfahrzeuge im Sinne des § 1 des Deutschen Luftverkehrsgesetzen (LuftVG). RC-Helikopter.net hat die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

Grundsätzliches

laut der Drohnenverordnung herrscht Betriebsverbot (unabhängig vom Gewicht des Fluggerätes):

  • für Flüge außerhalb der Sichtweite des Piloten (Flüge unter Einsatz einer sog. Videobrille (first person view FPV) sind bis zu einer Flughöhe von 30 Metern erlaubt, soweit das Fluggerät max. 0,25kg schwer ist. Bei schwereren Modellen muss eine Hilfsperson den ständigen Sichtkontakt sicherstellen und auf mögliche Gefahren hinweisen).

  • In oder über sensiblen Bereichen (z.B. Einsatzorte der Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden und Naturschutzgebieten)

  • ohne ausdrückliche Zustimmung des Berechtigten über Wohngrundstücken, wenn die Masse über 0,25kg beträgt und das Fluggerät Bild und/oder Tonaufnahmen übertragen oder aufzeichnen kann.

  • Flüge außerhalb von Modellflugplätzen auf Höhe von über 100 Meter über Grund.

  • In Kontrollzonen von Flughäfen

(ge-)Wichtige Unterschiede

Fluggeräte < 0,25kg

Für die allseits bekannten out-of-the-box-Flugmodelle (ab ca. 20,-€) ändert sich zunächst erst mal nichts, solange das Gewicht nicht mehr als 250g beträgt. Diese kleinen Fliegerchen dürfen weiterhin genehmigungsfrei im Freizeitbereich betrieben werden.

Fluggeräte ab 0,25kg

Für die etwas größeren Flugmodelle besteht nun eine Kennzeichnungspflicht. Dieser wird mittels einer mit Namen und Anschrift des Besitzers versehenen feuerfesten Plakette Genüge getan. Derartige Plaketten gibt es zum Beispiel hier.

Fluggeräte ab 2,00 kg

Diese Grenze ist vor allem für „Wildflieger“ (also abseits von Modellflugplätzen fliegende Piloten) wichtig. Es ist ein Kenntnisnachweis gem. §21e der Luftverkehrsordnung notwendig. Der Test besteht aus mehreren Fragen zu den folgenden Themen:

  • Anwendung von Flugmodellen

  • Navigation und

  • Luftrecht

Sowohl die Vorbereitung als auch die Prüfung lässt sich bequem online absolvieren und ist mit gewissenhafter Vorbereitung in ca. 30min erledigt. Als eine gute Anlaufstelle erscheint die Internetpräsenz des Deutschen Aero Clubs e.V. . Dort kann man sich sowohl den Prüfungsstoff aneignen als auch die Prüfung selbst ablegen.

Kosten:

Natürlich ist ein solcher Aufwand durch den DAC nicht kostenlos zu realisieren. Die Gebühren betragen netto 25,00€ zzgl. 7% MwSt (brutto 26,75€). Als Zahlungsmittel sind die gängigsten Verfahren (u.A. PayPal) akzeptiert.

Anschließend kann man sich den Kenntnisnachweis herunterladen und losfliegen.

Fluggeräte ab 5,00kg

Sollte das Luftfahrzeug ein Abfluggewicht von mindestens 5kg haben, wird für Flüge außerhalb von Modellflugplätzen (für sog. „Wildflieger“) eine Erlaubnis der zuständigen Landesluftfahrtbehörde notwendig. Eine Liste der für die jeweiligen Deutschen Bundesländer zuständigen Landesluftfahrtbehörde findet man hier über die Präsenz des Luftfahrtbundesamtes (LBA).

Abschließend noch eine kurze Zusammenfassung der Anforderungen nach Gewicht:

Gewicht des Fluggerätes

Gesetzliche Anforderungen

< 0,25 kg

keine

>= 0,25 kg

Kennzeichnungspflicht (feuerfestes Schild mit Name und Anschrift des Eigentümers)

>= 2,00 kg

Kenntnisnachweis

>= 5,00 kg

Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde

Änderung gesetzlicher Grundlagen:

  • Luftverkehrszulassungsordnung (LuftVZO) (§19 (3), §108 (1) Nr. 3)
  • Luftverkehrsordnung (LuftVO) (§21a (1) Nr. 1, (4) Nr. 1-3, § 21b (1) S. 2, §21c, §21d, §21e, §21f)

Weitergehende Informationen zu einzelnen Sonderfällen der Drohnenverordnung wie z.B. gewerbliche Nutzung, kontrollierte Lufträume usw. sind unter Anderem auf der Website des Luftfahrtbundesamtes sowie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügbar.

Modell Leben (Modellbaumesse Erfurt) 2018

Modell Leben (Modellbaumesse Erfurt)

06.04. – 08.04.2018

 

Modellbaumesse mitten im Herzen Deutschlands

Wie bei vielen Hobbys gilt auch im Modellflug: Vor Saisonbeginn ist Messezeit. Viele Vereine stellen sich und ihre Modelle vor und stehen mit Beratung und Hilfe zur Seite, Händler präsentieren die neuesten Trends. Als interessierter (vielleicht auch zukünftiger) Pilot fragt man sich: Wie zurechtfinden in der Auswahl verschiedener Messestandorte in Deutschland? Dem eingefleischten Modellflieger klingen vielleicht Namen der Größten Deutschen Messen wie z.B. Intermodellbau (Dortmund, 19.04.-22.04. 2018) oder die ProWing Nord (Soest, 27.04.-29.04.2018) in den Ohren. Doch auch kleinere Messen zeigen, dass sie überregionale, sogar internationale Aussteller anlocken können. Wir von RC-Helikopter.net haben uns für Euch am vergangenen Wochenende auf der Modellbaumesse Erfurt, der „Modell Leben“ umgesehen.

Das Wetter war (fast zu) schön

Zugegeben: Bei herrlichem Sonnenschein hätten wir an diesem Sonntag in einem Eiscafé inmitten der historischen und malerischen Altstadt Erfurts die Zeit vergessen. Dennoch lockte uns die Vorfreude auf 2 volle Messehallen, über 100 (inter)nationale Aussteller und nicht zuletzt auf das Erste Rennen 2018 des Drone Racing Championship (DCS 2018) der FPV Racer Thüringen auf das Erfurter Messegelände.

Obwohl in kleinerem Maßstab, steht die Modellbaumesse Erfurt „Modell Leben“ größeren Events in nichts nach: Überall zeigten Händler die neuesten Trends der Szene. Modell-Vereine präsentierten ihre in liebevoller Arbeit aufgebauten Fahr- und Flugzeuge. Fröhliche Menschen mit großen Kartons unter den Armen kamen uns entgegen.

Während es in Halle 2 vorrangig um den Fahrzeug-, Militär- und Schiffsmodellbau ging, zog es uns natürlich in Halle 3. Wir lieben alles, was Rotoren hat! 🙂

Instrumentenflug

Sobald wir die Halle betreten hatten, fiel uns die Orientierung nicht mehr schwer. Man konnte sofort das Rennstrecken-feeling spüren. Denn aus der mit deckenhohen Fangnetzen abgesperrten Drohnen-Rennstrecke schallte das Summen und fauchen gequirlter Luft der Race-Drones bis zum Halleneingang! Verantwortlich dafür waren die FPV Racer Thüringen, welche die erste Rennveranstaltung 2018 in der Messehalle flogen. Der Rennstrecke selbst hat es an nichts gefehlt. Ränge für die Zuschauer, ein separater Pilotenbereich, „Maintenance-Boxengasse“ und Monitore für die Besucher.

Die Rennstrecke – nur das geübte Auge vermag die schnelle race-drone zu erkennen. 😉

Geflogen wurde von außerhalb der Strecke per sog. „first-person-view“ (FPV), bei dem der Pilot den Multicopter nur noch über eine Monitorbrille fliegt. Die onboard Kamera des Copters liefert das Bild direkt auf die FPV-Brille des Piloten. Der fliegt das Modell dann quasi aus der ich-Perspektive.

Extremen Fluggeschwindigkeiten, präzise und abrupte Richtungswechsel. Der Autor dieses Textes meint, dass solche Manöver „auf Sicht“ (also ohne FPV) selbst für geübte Piloten kaum mehr zu fliegen sind. Dem Zuschauer stockt der Atem beim Blick auf die Monitore, welche die Kamerabilder der Drohnen übertragen.

Ein race-drone Pilot im „Cockpit“ bei der Arbeit

Die FPV – Szene ist noch jung. Als die Thüringer FPV-Racer um Norman Franke in 2015 starteten, gingen Deutschlandweit nur wenige hundert Menschen diesem Sport nach. Als Sparte des Sprötauer Sportvereines mit eigenem Trainingsgelände zählt man mittlerweile 11 aktive Piloten. Seit 2016 sind sie auch regelmäßig auf der Erfurter Modellbau Messe vertreten. Bei Interesse wird Euch über die Homepage vom netten Team gern weiter geholfen.

Neueste Trends gepaart mit jahrelanger Erfahrung

In direkter Nähe der Rennstrecke der Modellbaumesse Erfurt fiel uns der Stand des Erfurter Modellbaugeschäfts Gräser Modellbau auf. Besonders war, dass es sich um eine Kombination aus

Der brandneue ALPHA 300q kann sogar 3D!

dem von Leonard Gräser selbst angebotenen Ladensortiment und einer Abteilung der in der Szene wohl bekannten deutschen Modellbau-Firma Graupner handelte. Für die fachliche Beratung zu den Neuigkeiten aus der in Kirchheim / Teck ansässigen Herstellers stand dessen kompetentes Team um Wolf-Christian Baumgärtel für alle technischen Fragen zur Verfügung. Angesichts der vielen technischen Neuheiten konnten viele Besucher nicht anders. Sie investierten ihr Messebudget bei Gräser Modellbau in z.B. einen neuen Graupner MZ-12 Pro HoTT 12 Kanal Handsender oder einen Graupner ALPHA-250q-Race-copter. Aber auch für diejenigen, die erst mal Modellfliegerluft schnuppern wollten, hatte (am Messestand) und hat (im Online-Shop) Leonard Gräser etwas im Angebot. Dafür eignen sich z.B. die von der Drohnen-Verordnung nicht betroffenen Mini-Multicopter (von simpel bis edel). Damit kann man ohne Weiteres ausprobieren, ob der Modellflug ein passendes Hobby sein könnte.

Wie auch immer diese Entscheidung für jeden Einzelnen ausfallen mag, wir von RC-Helikopter.net sagen: „Der Entscheidungsprozess macht auf jeden Fall großen Spaß“.

Wir waren von der Modellbaumesse Erfurt „Modell Leben“ angenehm überrascht. Natürlich konnten wir nicht über alles berichten. Das hätte den Rahmen gesprengt. Wir konnten dennoch viele nette Leute kennenlernen und haben angesichts der vielen Neuheiten wieder einmal festgestellt, dass Modellflug der größte Spaß ist, den man mit angezogener Bekleidung haben kann. 😉